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Wohnkomplex-Neubrandenburg. Kunst und Leben im Plattenbau

Die Ausstellung „Wohnkomplex – Neubrandenburg. Kunst und Leben im Plattenbau" widmet sich einem Architektur- und Lebensmodell, das die Vier-Tore-Stadt wie kaum eine andere in Deutschland prägt: dem Plattenbau. Die Ausstellung zeigt mit Positionen der Gegenwartskunst und Kunst in der DDR, wie dieser Wohn- und Bautyp bis heute in Stadtlandschaft und Gesellschaft nachwirkt. Vor dem Hintergrund der grassierenden Wohnungsnot in Deutschland liefert die Ausstellung und ihr Begleitprogramm auch Bezüge zu einer der großen gesellschaftspolitischen Herausforderung der Gegenwart.

Der Plattenbau war einst das Herzstück der DDR-Sozialpolitik – ein Ort der Vergesellschaftung und ein Symbol für den realsozialistischen Fortschritt. In Neubrandenburg manifestierte sich dieses Modell bis zum Jahr 1990 mit einer eher positiven Resonanz. Nach dem Ende der DDR wurde der Plattenbau zum Schauplatz schmerzhafter Transformationen und sozialer Spaltung. Bis heute befindet er sich selbst in einem Transformationsprozess zwischen Denkmalwert und gelebter Gegenwart – ein umkämpfter Erinnerungsort, an dem das Wohnen und Leben weitergeht.