
Die Ausstellung Passants parmi les pierres, kuratiert vom international renommierten Künstler Thomas Demand, kreist um Bilder, die nicht einfach zeigen, sondern die Wirklichkeit, auf die sie verweisen, zugleich hervorbringen: Wahrnehmung als Konstruktion, Erinnerung als Montage, das Bild als Form von Geschichte. In dieser Bewegung wird das Werk selbst zum Denkraum – nicht als Abbild, sondern als Anordnung von Sichtbarkeit.
Die Ausstellung versammelt 27 Positionen aus Fotografie, Film und Skulptur. Sie alle bewegen sich zwischen Reportage und Rekonstruktion, zwischen beobachtetem Moment und inszeniertem Bild, zwischen historischem Ereignis und seiner Darstellung. Die für die Ausstellung ausgewählten Arbeiten teilen Aspekte des Bildaufbaus, der räumlichen Setzung und in vielen Fällen auch die scheinbar beiläufige, fast unbemerkte Präsenz der Kamera. Häufig erscheinen Figuren vor Architektur, oft von der Kamera abgewandt. Sie legen eine Beziehung zu den sie umgebenden Räumen nahe, die sich bei näherem Hinsehen jedoch eher als Vermutung denn als gesicherter Zusammenhang erweist.
Vom Schriftsteller Clemens J. Setz verfasste Bildlegenden bilden eine eigenständige sprachliche Ebene im Raum. Sie erklären die ausgestellten Werke nicht, sondern begleiten sie mit einer offen subjektiven Kommentierung – als Assoziation, Erinnerung, Beobachtung oder kurze Erzählung. Damit fordern sie die Betrachter:innen zu einer eigenen Lesart auf, statt eine vermeintlich objektive Faktenlage zu behaupten.
