
Die Villa Schöningen präsentiert in Kooperation mit der Berliner Ausstellungsplattform PASSAGE die Ausstellung „Zwischen Bäumen“. Rund 90 Werke von mehr als 60 internationalen Künstler*innen aus drei Jahrhunderten widmen sich dem Wald als Motiv, Erinnerungsraum und kultureller Projektionsfläche. Historische Gemälde, Zeichnungen und Fotografien treten in Dialog mit zeitgenössischen Skulpturen, Installationen und Malereien und eröffnen einen vielschichtigen Blick auf eines der ältesten und zugleich aktuellsten Themen der Kunstgeschichte. Die Ausstellung wurde von Victor Auberjonois kuratiert.
Mit der Einladung Victor Auberjonois‘ öffnet die Villa Schöningen ihr Programm bewusst für eine neue kuratorische Perspektive. Die Zusammenarbeit ist Ausdruck des Selbstverständnisses des Hauses, historische und zeitgenössische Kunst immer wieder aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und den Ort durch wechselnde kuratorische Positionen neu lesbar zu machen. Auberjonois verbindet internationale zeitgenössische Kunst mit Werken aus der Sammlung Döpfner sowie bedeutenden historischen Leihgaben. Dieser dialogische Umgang mit der Sammlung entspricht dem Leitbild der Villa Schöningen, Kunstgeschichte nicht als abgeschlossene Erzählung zu verstehen, sondern als lebendigen Bestand, der sich in jeder Gegenwart neu befragen lässt.
Dass sich die Ausstellung dem Wald widmet, ist dabei eng mit dem Ort selbst verbunden. Die Villa Schöningen liegt eingebettet in die von Peter Joseph Lenné und Gustav Meyer gestaltete Potsdamer Parklandschaft, einer der bedeutendsten historischen Kulturlandschaften Europas. Architektur, Gartenkunst und Landschaft wurden hier im 19. Jahrhundert als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk gedacht. Natur erscheint an diesem Ort deshalb nie als unberührte Wildnis, sondern als gestalteter Kulturraum. Bereits bevor Besucher*innen die Ausstellung betreten, bewegen sie sich durch eine Landschaft, die seit fast zweihundert Jahren davon erzählt, wie der Mensch Natur formt, inszeniert und wahrnimmt. „Zwischen Bäumen“ beginnt somit nicht erst in den Ausstellungsräumen, sondern bereits im Park der Villa Schöningen.
